Courage-Wuppertal führte am 8. August eine Gesprächsrunde durch: „Frauen, so kann das nicht weitergehen. Was tun gegen die frauen- und familienfeindliche Politik?“
Trotz Sommerferien gut besucht. Erfreut waren wir über neue Gesichter, auch zwei Stadtverordnete DIE LINKE. Eine breite Presseankündigung, tagelang vorher, bis in die Nachbarstadt Solingen. Noch mehr über die teilnehmende Pressevertreterin samt Fotograf. Anschaulich und ausführlich berichtet sie im anschließenden WZ-Artikel vom „Sozialabbau. Frauen wehren sich“, auch wenn der diskutierte Zusammenhang zur Kriegsvorbereitung noch unerwähnt blieb.
Mit unserer bewusstseinsbildenden Arbeit, drei kurzen Impulsbeträgen und intensiver Diskussion, wurde deutlich, wohin die Milliarden fließen, die im Gesundheits- und Sozialbereich drastisch gestrichen werden: In Militarisierung und Hochrüstung. Wir entlarvten den Mythos der „Verteidigung“, denn es geht um Kriegsvorbereitung: Der geheime „Operationsplan Deutschland“ legt den Ausbau von Autobahnen wie A 2 mit panzertauglichen Brücken, Lazaretten und kriegstauglichen Krankenhäusern fest. Verstärkte internationale Konkurrenz um Rohstoffe und Macht verschärft die (Welt-)Kriegsgefahr. „Nukleare Teilhabe“ der Deutschen Regierung mit F 35-Kampfjets, die im Ernstfall US-Atombomben transportieren (in der Eifel stationiert) und keine Verteidigungswaffen sind.
In fast allen Lebensbereichen wird gestrichen. Es trifft hauptsächlich Arbeiter und Angestellte, Frauen und Familien, Alleinerziehende und Kranke. Erhöhte Zuzahlung bei Medikamenten und Krankenhausaufenthalt, Leiharbeiter im Krankenhaus, neue Schulpflicht durch ABC-Klassen zur Sprachförderung vor Schulbeginn und vieles mehr. Zudem noch massenhafter Arbeitsplatzabbau.
Zugleich wächst der Widerstand. Aber vor allem die Freude über einen erfolgreichen, gewerkschaftlichen Kampf wie beim Klinikum Solingen. Dort haben über 100 ausgegliederte Service-Kräfte (aus Küche, Reinigung, Bettenzentrale) zwei Jahre gekämpft, bis nun alle wieder beim Klinikum angestellt sind, tariflich bezahlt! Kämpfen lohnt sich.
Fazit einer Courage-Frau:
Wir müssen nicht „kriegstüchtig“ werden, sondern „friedenstüchtig“!
Und wie soll es jetzt weitergehen?
Kernbotschaften waren:
- Zusammenarbeiten und sich vernetzen – nicht jeder Bereich separat für sich bleiben!
- Sich überparteilich organisieren – gegen Vereinzelung der Frauen die Kräfte bündeln!
- Bewusstsein fördern und über Ursachen aufklären – Gespräche, Leserbriefe, Flyer!
- An Protestaktion teilnehmen – ob vom DGB, Initiativen oder selbstorganisiert!
- Den Frauenpolitischen Ratschlag bekannter machen – mit Freundinnen teilnehmen!
„Eine gelungene Veranstaltung“, fasste unsere neueste Courage-Frau den lebendigen und informativen Nachmittag zusammen.
Linda Weißgerber, Courage-Wuppertal
