07.09.2026
Erklärung des Frauenverbandes Courage
Sachsen-Anhalt: 44 Prozent für die AfD – alarmierende faschistische Gefahr!
Wir lassen uns die Zukunft nicht von Faschisten diktieren!
Das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt ist ein politischer Schock:
Die AfD erreicht rund 44 Prozent und damit ihr bislang stärkstes Ergebnis bei einer Landtagswahl. Die CDU stürzt gleichzeitig auf rund 18 Prozent ab. Die AfD hat damit mehr als doppelt so viele Stimmen wie 2021 erhalten. (tagesschau.de)
Für den Frauenverband Courage ist klar: Das ist kein normales Wahlergebnis. Es ist ein dramatischer Einschnitt!
Das erste Mal seit dem 2. Weltkrieg und der Niederlage des Hitlerfaschismus hat eine faschistische Partei die Mehrheit in einem Parlament!
Die AfD ist keine Protestpartei wie jede andere. Sie steht für Faschismus, Nationalismus, Rassismus, Ausgrenzung und ein reaktionäres Gesellschaftsbild.
Gerade für Frauen bedeutet ihre Politik einen Angriff auf erkämpfte Rechte und Freiheiten.
Wer Frauen wieder stärker in traditionelle Rollen zurückdrängen, Schwangerschaftsabbrüche erschweren und gesellschaftliche Vielfalt bekämpfen will, stellt sich gegen die Interessen der Mehrheit der Frauen.
Vorgeschichte: die AfD wurde salonfähig gemacht.
Jede*r muss wissen: wer AfD gewählt hat oder wählen will, wählt Faschisten! Aber wir dürfen die Verantwortung für dieses Ergebnis nicht allein bei den Menschen in Sachsen-Anhalt suchen. Wenn Menschen Angst um ihren Arbeitsplatz haben, wenn Löhne und Renten nicht zum Leben reichen, Wohnungen unbezahlbar werden und öffentliche Einrichtungen kaputtgespart werden, dann muss Politik Antworten geben. Stattdessen erleben viele Menschen eine Politik der Bundesregierung unter Kanzler Merz, die soziale Probleme verschärft und gleichzeitig immer wieder nach unten tritt: gegen „faule Lifestyle-Teilzeitkräfte“, gegen Ärzt*innen und Pflegende als „Nutznießer“ des Gesundheitswesens, gegen Rentner, Arbeiter, Geflüchtete, Migrantinnen und Migranten, Erwerbslose oder andere gesellschaftliche Gruppen.
Das ist der Nährboden, auf dem die AfD ihre Hetze verbreiten kann.
Eine soziale und demokratische Alternative muss deshalb konkrete Antworten geben: auf Arbeitsplatzvernichtung, steigende Lebenshaltungskosten, Pflegenotstand, fehlende Kita- und Schulplätze, Altersarmut und die zunehmende Unsicherheit vieler Menschen. Die politische Auseinandersetzung mit der AfD kann nicht darin bestehen, von „Brandmauern“ zu reden und zugleich Positionen der AfD zu übernehmen oder ihren Themen immer weiter hinterherzulaufen.
Wer die Sprache und Forderungen der Rechten übernimmt, macht die AfD nicht kleiner – er macht ihre Positionen gesellschaftsfähiger.
Frauen müssen jetzt besonders wachsam sein!
Der Frauenverband Courage nimmt dieses Ergebnis zum Anlass, noch entschiedener für die Rechte der Frauen einzutreten.
Wir wollen keine Gesellschaft,
- in der Frauen wieder stärker über ihren Körper und ihre Lebensweise bevormundet werden,
- in der Schwangerschaftsabbrüche kriminalisiert oder erschwert werden,
- in der Menschen mit Migrationsgeschichte unterdrückt und wir gegeneinander ausgespielt werden,
- in der queere Menschen zur Zielscheibe gemacht werden,
- in der Antifaschismus als Problem und rechte Hetze als „Meinung“ behandelt wird.
Wir wollen eine Gesellschaft der Gleichberechtigung,
des Friedens und der internationalen Solidarität
– eine Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung!
Jetzt kommt es auf uns alle an!
Das Ergebnis von Sachsen-Anhalt darf nicht zu Resignation führen.
Im Gegenteil:
- Jetzt müssen alle demokratischen, antifaschistischen und fortschrittlichen Kräfte enger zusammenstehen.
Frauenorganisationen, Gewerkschaften, soziale Bewegungen, Migrantinnen- und Migrantenorganisationen, Jugendverbände, Parteien und Initiativen müssen miteinander ins Gespräch kommen und gemeinsam aktiv werden. - Wir müssen dort präsent sein, wo Menschen leben und arbeiten und auch mit denen ins Gespräch kommen, die von der AfD beeinflusst sind – in Betrieben, Stadtteilen, Schulen, Vereinen und auf der Straße.
Der Frauenverband Courage wird seinen Beitrag dazu leisten.
Wir sagen klar:
- Mit uns gibt es keine Rückkehr in eine Gesellschaft, in der Frauen weniger Rechte haben sollen. Wer das Rad der Geschichte zurückdrehen will, muss erst mal an uns vorbei!
- Keine Normalisierung der AfD!
- Keine Zusammenarbeit mit Faschisten!
- Für Frieden, Völkerfreundschaft, Demokratie und Frauenrechte!
- Gemeinsam gegen die Gefahr des Faschismus– jetzt erst recht!
Frauenverband Courage e.V., Bundesvorstand
6. September 2026
