In vielen Städten Deutschlands entwickelte sich eine Welle der Solidarität vor allem junger Frauen gegen Deepfakes. Die Schauspielerin Collien Fernandes ging mutig gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen vor: Jahrelang soll er Fake-Profile von ihr mit pornografischen Inhalten erstellt und im Internet verbreitet haben. Bis sie herausgefunden hatte, wer mit ihrer Identität im Internet pornografische Inhalte verbreitet haben könnte, verging eine lange Zeit. Und sie musste ihn in Spanien anzeigen, deutsche Gesetze sind für diese Vergehen zu lasch! Es geht auch um Identitätsmissbrauch, Beleidigung, Bedrohung und körperliche Gewalt innerhalb der Beziehung.
In den sozialen Medien äußerten sich auch viele Männer und verurteilten solche Praktiken heftig und rufen auf, gerade in Männerrunden zu sagen „Nein!“, wenn frauenabwertende Witze fallen. Das muss noch viel mehr werden!
Das Übel muss an der Wurzel gepackt werden!
Es ist genau richtig, wenn Gisèle Pelicot auf Lesereise mit ihrem Buch ihre Aussage: „Die Scham muss die Seite wechseln“ massenhaft verbreitet. Aber nicht nur das: das Übel muss an der Wurzel gepackt werden. Nach wie vor trauen sich viele gar nicht, Anzeige zu erstatten, aus völlig falscher Scham. Die Dunkelziffer der Gewalt an Frauen und der digitalen Gewalt ist hoch.
Üble Pornografie, Gewalt, Sexismus, Förderung der Prostitution – das alles gehört zum kapitalistischen System und ist ein Riesen-Geschäft mit Riesenprofiten für einige wenige.
Auch dagegen gingen wir Couragefrauen am 8.März 2026 mit mehr als 150 000 Menschen bundesweit auf die Straße.
Der Mut von Frau Fernandes hat eine Welle der Solidarität ausgelöst. Ihm gehört Unterstützung und volle Solidarität. Doch Collien Fernandes ist nicht die einzige!
Der Kampf gegen digitale Gewalt, gegen Sexismus und Pornografie muss verstärkt werden und nicht nur Ulmen – wenn er sein Schweigen endlich bricht und wenn er es gewesen ist – vor Gericht gestellt und hart bestraft werden.
Dazu ist unabdingbar, dass wir uns organisieren, uns gegenseitig unterstützen – und dazu seid ihr im Frauenverband Courage genau richtig.
In Essen griff der Frauenverband Courage die Initiative einer jungen Frau auf und organisierte eine Kundgebung. Ihnen ging es um die Wut, aber auch um Zusammenhalt und sich zu wehren. Und darum, das Thema nicht wieder in der gesellschaftlichen Debatte und den Medien verschwinden zu lassen. Sie thematisierten auf ihrer Aktion auch, dass wir unsere Töchter und Söhne nicht für die Kriege um Macht und Einfluss hergeben, sondern in Frieden leben wollen, überall auf der Welt.
Organisiert in euren Städten oder Stadtteilen weiter Aktionen, macht Frauen Mut, gegen patriarchale Denkweisen und Handlungen gemeinsam vorzugehen! Klärt mit ihnen die Ursachen! Und ermutigt sie, sich zu organisieren in Courage!
Courage Bundesvorstand, 12.04.026
