Courage beim „Frauenstreik“ am 9. März 2026

Für den 9. März 2026 hatten bundesweit zwei Initiativen, das „Töchterkollektiv“ in Zusammenarbeit mit den Ver.di-Frauen und „Enough“, zu einem „Frauenstreik“ aufgerufen.

Bei dieser Protestform sollen Frauen ihre bezahlte Erwerbsarbeit und die unbezahlte „Sorgearbeit“ niederlegen und sichtbar machen, was sie alles leisten, dass ohne ihre Arbeit das gesellschaftliche Leben still steht. Verbunden wird das mit dem Protest gegen jede Form der Diskriminierung und für die Anliegen und Forderungen, die Frauen bewegen. Angeknüpft wird dabei an den Streiks von Arbeiterinnen und den Erfahrungen aus Island und der Schweiz, aber auch an der Frauenstreikbewegung in Deutschland. 1994 hatten Grupen des Frauenverbands Courage  einen bundesweiten Frauenstreik- und Aktionstag am 8. März in zum Teil breiten Bündissen mit organisiert, ebenso wie Ende der 2010er Jahre.

Das „Töchterkollektiv“ fordert in seinem Aufruf auch ein Ende der Gewalt an Frauen, der Armut insbesondere von Alleinerziehenden, Rentnerinnen, Migrantinnen und die Schließung der „Lücken“ bei Lohn, Renten, Sorgearbeit. Die Streikaktionen sollen „Druck ausüben um strukturelle Blockaden aufzubrechen“.

Die Initiative „Enough“ ruft sowohl zum Internationalen Frauentag als auch zum „Generalstreik“ auf und bezieht brennende aktuelle Fragen ein. Dem System soll für einen Tag die Arbeit entzogen und stattdessen protestiert werden:  „Die Zeit ist reif. Für einen Protest, der so vielfältig ist, wie wir es sind. Der so sichtbar ist, wie die Probleme es sind. Als notwendige Antwort auf die nicht endenden Kriege, geführt von Autokraten, die in Tateinheit, Andersdenkende, die Menschenrechte, das Völkerrecht, Meinungs- und Pressefreiheit missachten, die Klimakatastrophe leugnen, Menschen und Natur ausbeuten und unfassbares Geld anhäufen. All dies geht einher mit zunehmender Bedrohung, Verarmung und Diskriminierung von Frauen* in ihrem ganzen Spektrum. Es ist Zeit für einen hörbaren Aufschrei! Für ein lautstarkes, gemeinsames ENOUGH! GENUG! BASTA!”

Einige Gruppen des Frauenverbands Courage beteiligten sich an diesen Aktivitäten wie in Hannover und Herne.

Hier ihre Berichte.


Hannover


Courage beim Frauenstreik in Hannover dabei – voller Erfolg!

Auf Einladung des Töchterkollektivs, die sich extra an Courage gewendet hatten, waren wir am 9. März beim Frauenstreik auf dem Opernplatz dabei. Ungefähr 700 Teilnehmerinnen und wir mittendrin!

Bei strahlendem Sonnenschein bauten wir unseren schönen Stand auf – mit Aufruf zum internationalen Frauentag, Zeitungen, Mitgliederwerbeflyern, den Karten mit 11 Gründen Courage-Frau zu werden, dem Spendenaufruf für die Gynäkologie-Stühle für das Al Awda Krankenhaus in Gaza, Schmuck (Courage-Ohrringe) und den „Köpfen“.

Der Stand war durchgehend umlagert, was uns sehr gefreut hat. Vor allem viele junge Frauen waren neugierig und finden es notwendig, sich zu organisieren. Das war neu für uns. Drei von ihnen gaben uns ihre Adresse, weitere sagten zu, zu unseren Treffen zu kommen.

Anke Nierstenhöfer vom BV war eine der Rednerinnen auf der Bühne.
Sie stellte die akute Gefahr eines Weltkriegs und des Faschismus in den Mittelpunkt und betonte unsere große Verantwortung als Frauen, Mütter und kämpferische Frauenbewegung für den breiten Zusammenschluss im Kampf dagegen. Unser kleinster gemeinsamer Nenner: nie wieder ist jetzt! (Hier die ganze Rede)
Sie wurde mehrfach durch riesigen Applaus unterbrochen. Es sprach den Teilnehmerinnen richtig aus dem Herzen, diese großen gesellschaftliche Fragen anzusprechen. Um Frauenrechte zu verteidigen und die Befreiung der Frau erkämpfen zu können, müssen wir einen 3. Weltkrieg und Faschismus verhindern!
Nach der Rede riefen alle laut „Alle zusammen gegen den Faschismus!“.

Eine Frau von den „Töchtern“ kam am Ende zu uns. Unser Stand sei der schönste gewesen und die Rede hat ihr gefallen. Sie würden gern weiter mit Courage zusammenarbeiten.

Wir waren froh, dass wir am Frauenstreik teilgenommen haben. Wir setzten uns bei unserem Treffen danach kritisch damit auseinander, dass wir diese neue Bewegung zuerst etwas distanziert oder als Konkurrenz gesehen haben, statt das gemeinsame Interesse und die neuen Möglichkeiten für die Bündnisarbeit zu sehen.

Unser Fazit: Immer offen und neugierig auf Neues sein und dabei aber auch auf unsere Kraft und langjährige Erfahrung vertrauen und Courage mit Stolz präsentieren!


Herne

 

In Herne beteiligte sich Courage an einer kleinen Aktion. Sie war auf Initiative einer Frau von den Grünen organisiert worden und ein guter Anfang zum Frauenstreiktag. Eine Vertreterin des Frauenverbands Courage konnte eine Rede halten.

Weitere Beiträge kamen zur Situation als Mutter, als schwarze Frau und als queere Person. Eine Erzieherin sprach zur Lage der Erzieherinnen, eine junge Frau zur Situation der Frauen und Kurden in Syrien, zu Rojava. Gegen Faschismus und Krieg, für ein AFD Verbot durchzog alle Beiträge.

Eine Courage-Frau aus dem Iran sprach sehr bewegend zur Lage der Frauen und der Bevölkerung im Iran und ihre mutigen Widerstand.

Dass sich alle Frauen während der Aktion kurz ‚erschöpft‘ auf den Boden legten, kam ganz natürlich herüber und gliederte sich in den kämpferischen Geist der Aktion ein.