27.07.2026
Scheußlicher Anschlag auf den CSD Berlin
– Courage ist solidarisch mit den Opfern
Der Frauenverband Courage spricht allen Teilnehmenden und vor allem den Opfern des feigen Anschlags seine Anteilnahme aus. Wir freuen uns, dass alle Verletzten inzwischen außer Lebensgefahr sind. Den Angehörigen der Getöteten sprechen wir unser tiefes Mitgefühl aus, verbunden mit dem Versprechen: wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass faschistisches Denken und Handeln bekämpft wird.
Nein sagen wir dazu, wenn sofort Herkunft und Nationalität des Täters im Zentrum stehen. Soll dem wieder eine verschärfte Diskussion über Politik gegenüber Migranten folgen?
Alle Informationen, die bisher in der Öffentlichkeit sind, deuten darauf hin, dass mit diesem islamistisch-faschistischen Täter mit Samthandschuhen umgegangen worden ist. Er war nachweislich auf dem Weg, sich dem IS anzuschließen und wurde, weil er deutscher Staatsbürger ist, selbstverständlich zurückgenommen.
Wenn wir Vergleiche ziehen, wie langsam deutsche Behörden gegenüber der deutschen Journalistin Eva-Maria Michelmann handelten – sie war ein halbes Jahr illegal in Syrien inhaftiert von der islamistisch-faschistischen Regierung und konnte nur durch Aktivitäten einer breite Solidaritätsbewegung wieder freikommen – dann können wir nur den Schluss ziehen, dass gegenüber Faschisten anders vorgegangen wird. Und wenn Herr Dobrindt diesen Anschlag nutzen möchte, um seine Pläne zum Ausbau des Verfassungsschutzes zu einem „echten Geheimdienst“ mit operativen Befugnissen auszubauen, dann sagen wir klar: hier hätten alle bestehenden Gesetze ausgereicht, um gegen den Täter konsequent vorzugehen. Und wo war das konsequente Vorgehen bei verschiedenen Angriffen deutscher Faschisten auf die verschiedenen CSDs 2025? Wäre das nicht längst ein guter Grund, solche faschistischen Gruppen zu verbieten, in deren Weltanschauung Frauenfeindlichkeit und LGBTIQ-Feindlichkeit fest verankert ist.
Wir fordern nachdrücklich:
Verbot aller faschistischen Organisation! Egal welcher Couleur oder Herkunft. Verbot ihrer Werbung und konsequente Bestrafung ihrer Taten statt Nachsicht
Wir sagen: Nein zu Homophobie und Islamfeindlichkeit!
Wir treten ein: Für die Befreiung aller Menschen, die aufgrund ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Orientierung oder Identität verfolgt und unterdrückt werden!
Hoch die internationale Solidarität!
Bundesvorstand Frauenverband Courage
