Total undemokratisch – Verbot eines Couragestandes am 1. Mai in Hagen

Brief des Bundesvorstands Courage

Liebe Kolleginnen und Kollegen vom DGB Hagen,

mit größtem Befremden haben wir von unserer Courage-Gruppe aus Hagen erfahren, dass der Infostand bei der 1.Mai-Kundgebung des DGB in Hagen von Ihnen abgelehnt worden ist.

Das halten wir für zutiefst undemokratisch. Gerade angesichts der Lage in der Welt ist es so wichtig, dass Arbeiter- und Frauenbewegung gemeinsam auf der Straße sind und ihre Errungenschaften und Rechte verteidigen. Wir sind seit Jahren bundesweit in vielen Städten bei den 1. Mai Demonstrationen dabei. Statt uns Couragefrauen anzugreifen und zu verbieten, an der Kundgebung teilzunehmen, sollten Sie die Angriffe gegen Parteien richten, die arbeiterfeindlich sind und erkämpfte Rechte der Arbeiterinnen immer mehr angreifen. Das sollte doch eine gemeinsame Kampfaufgabe sein.

Viele Courage-Frauen sind Gewerkschafterinnen

Viele Courage-Frauen in unserem Verband sind Gewerkschafterinnen und das ist gut so. Deshalb ist es ihr Recht, selbstverständlich dabei zu sein und ihre Interessen zu vertreten. Jahrelang haben sie mit ihrem beliebten Kaffee- und Kuchenstand einen Beitrag zum Gesamtgelingen geleistet.

Courage ist ein überparteilicher Verband

Wir verwahren uns besonders dagegen, dass Sie über die „Westfalenpost“ (Artikel vom 28.04.2026) öffentlich verbreiten lassen, Courage sei „nahe der linksextremistischen MLPD“ zu verorten. Der Frauenverband Courage ist gegen diese Verleumdung durch den Verfassungsschutz mit Erfolg gerichtlich vorgegangen und hat seine Anerkennung als gemeinnützig verteidigt. Wir sind ein überparteilicher Verband, der auf antifaschistischer Grundlage allen Frauen offensteht, wozu auch religiöse und revolutionäre Frauen gehören.

Im übrigen erleben wir die Zusammenarbeit mit der MLPD auf Augenhöhe und in gegenseitigem Respekt. Das lässt euer Verhalten vermissen!

Wir fordern Euch auf, zu einer Zusammenarbeit mit uns auf Grundlage des Gewerkschaftsgedankens zurückzukehren und die Unwahrheiten über unseren Verband und Mitgliedsfrauen öffentlich zurückzunehmen. Unserem Frauenverband steht eine gleichberechtigte Beteiligung an der 1.-Mai-Kundgebung in Hagen zu, wie allen anderen antifaschistischen Kräften auch!

Bundesvorstand Frauenverband Courage