Anna war an Bord eines Schiffes der Freedom Flotilla Coalition, die im Herbst 2025 dringend benötigte humanitäre Hilfe nach Gaza bringen wollte. Sie wollten die illegale Blockade durchbrechen, wurden aber am 8.Oktober von der israelischen Armee in internationalen Gewässern gestoppt und in israelische Gefängnisse verschleppt, zunächst in das Foltergefängnis Ktziot und anschließend in das Detention Center Givon. Dort waren sie fortlaufenden Bedrohungen, sexistischer Herabwürdigung, Erniedrigung, Gewalt und Misshandlungen ausgesetzt. Unter den Augen und fortgesetzten Demütigungen schwerbewaffneter und maskierter Soldaten wurde Anna nach ihrem Widerstand gegen eine gewaltsame Nacktdurchsuchung vergewaltigt. (1) Auf einer Konferenz in Paris machte sie das brutale Vorgehen der israelischen Armee öffentlich. „Ich will einen Aufruf der Hoffnung starten!“ Die weltweite Solidarität war ihr gewiss.
Der Frauenverband Courage schickte ihr diesen Brief:
Liebe Anna,
der Frauenverband Courage spricht dir seine volle Solidarität und Unterstützung aus im Kampf gegen all die niederträchtigen Methoden des zionistischen Netanjahu-Regimes und seiner Helfer*innen.
Bei der Internationalen Konferenz in Solidarität mit politischen Gefangenen hast du ihre Methoden mutigst an die Öffentlichkeit gebracht, hast berichtet, was dir auf der Solidaritätsflottilla geschehen ist. Ihr wolltet Hilfe nach Gaza bringen und wurdet von der zionistischen Regierung in Haft genommen, schon das ist ein Skandal. Die krasse Behandlung im Gefängnis hast du auch für alle anderen palästinensischen Gefangenen, die keine Stimme in den ach so freien westlichen Medien erhalten, an die Öffentlichkeit gebracht. Und du hast klar gemacht, dass dein Engagement für die Frauen in den palästinensischen Gefängnissen und in allen Gefängnissen der Welt nicht unbeantwortet bleiben darf.
Du betonst zum Abschluss in deiner Rede:
„Eine Sache ist sehr wichtig: Es hat meinen Willen nicht gebrochen. Es gibt so viele Vorbilder, so viele Genossinnen, so viele mutige Frauen, die mir sehr viel Stärke geben. Und wenn wir in die Geschichte zurückblicken, dann waren Frauen immer schon stärker als das. Ich beende meine Rede damit, zu sagen: Ich werde nicht aufhören, für Gerechtigkeit zu kämpfen. Bis zum Ende der Gewalt, bis alle Frauen frei sind und Gerechtigkeit erhalten haben. Ich werde nicht aufhören zu kämpfen, bis das Patriarchat nicht mehr existiert!“
Lass uns weiter zusammen kämpfen, gegen patriarchale Gewalt in israelischen Gefängnissen, gegen den Genozid in Gaza und im Westjordanland, lass uns Teil der weltweiten Palästina-Solidarität sein und lass uns weiter gemeinsam Perspektiven entwickeln für die vollständige Befreiung der Frau.
Bundesvorstand Courage
