35 Jahre Courage – das muss und wurde in Stuttgart groß gefeiert

„Courage ist 35 – und heute feiert ihr!“ wünschte uns der Bundesvorstand in seinem Grußwort. Dieser Wunsch ging in Erfüllung! Und wie!

Über 80 Gäste kamen am 17. Mai ins Arbeiterbildungszentrum Süd zu unserem Fest „35 Jahre Frauenpower“. Mit so einem großen Interesse hatten wir nicht gerechnet, aber zum Glück genügend Sekt kaltgestellt. Das Buffet füllte sich schnell mit Kuchen und herzhaften Spezialitäten.

Mit viel Power marschierte zu Beginn ein Drache in den Saal: Sechs Frauen mit Hexenhüten auf dem Kopf ließen den Drachen lebendig werden. Sie riefen lautstark: „Nicht mehr schlucken, Feuer spucken“. Auf eine Frage der Moderatorin an den Drachen: „Bist du auch schon bei Demonstrationen mitgelaufen?“ kam die Antwort: „Was ist denn das für eine Frage? Ich war auf vielen Demonstrationen. Die Courage-Frauen haben mich überallhin mitgeschleppt, gegen § 218, gegen Streichungen von sozialen Leistungen … und jetzt hab ich Plattfüße.“

Das Programm reichte von Liedern, über Geburtstagsständchen, einen Rap unserer jüngsten Couragefrau bis hin zum gemeinsamen Singen und Tanzen.

Auch tauchte eine Gestalt mit Schlapphut und großen Ohren auf, die richtig sauer darüber war, dass es für den Verfassungsschutz so schwierig ist den Frauenverband zu bespitzeln und als kommunistisch zu diffamieren, wo Courage ausdrücklich Frauen von Religion bis Revolution organisiert. Viel Arbeit und Frust für den Spitzel, weil sich Courage nicht unterkriegen lässt, die Gemeinnützigkeit zurückerobert hat und in Bayern gegen das Innenministerium eine Klage läuft gegen das Label, Courage sei „extremistisch“.

Erinnerungen wurden wach und machten lebendig, was wir in 35 Jahren alles auf die Beine gestellt haben.

Eine Bildpräsentation mit dem Titel „Frauen schreiben Geschichte“ ließ die Jahre seit der Gründung lebendig werden. Erinnerungen wurden wach und machten lebendig, was wir in 35 Jahren alles auf die Beine gestellt haben. So waren wir oft mit Kampfgeist und Phantasie auf der Straße, haben viel erlebt in unserem Courage-Zentrum oder protestierten jahrelang gegen Stuttgart 21. Aber auch weit weg auf den Weltfrauenkonferenzen der Basisfrauen und theoretischen Seminaren. Mit Ideen und viel Energie brachten wir die finanziellen Mittel für unsere Aktivitäten auf. Solidarisch unterstützten wir die griechischen Stahlarbeiter und ihre Familien, sammelten Spenden für Mädchenschulen in Afghanistan und jetzt aktuell für fünf gynäkologische Untersuchungsstühle für das Al-Awda-Krankenhaus in Gaza. Dafür kamen auf dem Fest 680 Euro Spenden zusammen.

Vielen Dank an alle Spenderinnen und Spender, aber auch an die vielen Helferinnen und Helfer und die mitgebrachten Kuchen und Speisen fürs Buffet.

Und dass wir feiern können, hat der heutige Tag eindrücklich gezeigt. Es hat sich mal wieder bewahrheitet – wenn wir uns was vornehmen, sind wir auch erfolgreich. Wir konnten bisherige Kontakte festigen und neue gewinnen. Beim Freien Radio Stuttgart stellten wir in einer einstündigen Sendung den Verband vor und in der Presse sind Veranstaltungshinweise erschienen.

Ermutigt haben uns Grußworte:

Von Solidarität International ⇒

„Ihr verbreitet Mut statt Resignation … wir unterstützen auch eure Arbeit und haben schon viel von euch gelernt.“

Von einer kurdischen Freundin ⇒

Wir Frauen unterstützen uns über alle Grenzen und wollen eine Welt schaffen, die uns gehört. Wir kämpfen füreinander, für unser Überleben.

Von der MLPD ⇒

… wir wünschen Euch viel Erfolg, dass Courage weiter wächst, sich politisch einmischt und insbesondere viele junge Frauen und ihre Familien gewinnt.

  • Die Umweltgewerkschaft hat unsere Zusammenarbeit mit einem Ständchen gewürdigt.
  • Internationale Glückwünsche erhielten wir als Video-Grußbotschaft von den peruanischen Frauen unserer langjährigen Partnerorganisation.

Frauenverband Courage, Gruppe Stuttgart