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Erster Prozess im Fall "Seda" PDF Drucken E-Mail
Pressemitteilung des Frauenverband Courage Gelsenkirchen
anlässlich des ersten Prozesses im Fall „Seda“ am 8.11.19 im Amtsgericht Gelsenkirchen

Heute fand der erste Prozess gegen Faruk P. im Amtsgericht Gelsenkirchen statt. Er wird beschuldigt, am 22.Juni 2019 nach jahrelangem Stalking einen feigen Mordanschlag auf eine junge Frau (Seda) und Mutter von zwei Kindern verübt zu haben.
Sie hatte die Messerattacke mit 21 Stichwunden nur knapp überlebt nach tagelangem Kampf ums Überleben und weil sie eine starke Frau ist.

Vor dem Amtsgericht versammelten sich bis zu 40 Frauen und Männer, um ihre Solidarität mit Seda und Protest gegen den entsetzlichen Vorfall zum Ausdruck zu bringen. Es kamen Familienangehörige, der Freundeskreis „Seda“, Frauen des Frauenverbands Courage und des Alevitischen Vereins Gelsenkirchen, MLPD und AUF-Gelsenkirchen.

Sie betonten, dass Gewalt an Frauen ein gesellschaftliches Problem ist und die Befreiung der Frau eine befreite Gesellschaft braucht, ebenso die große Solidarität die Seda von Frauen und Männern erhalten hat. Auf einem Schild stand „Stalking ist ein No-Go und muss hart bestraft werden“
Grüße gab es von spanischen Bergarbeiterfrauen unter der Losung „No una mas“ – „Keine einzige mehr“. 

Mit großem Respekt wurde „Seda“ begrüßt, die nicht geschwiegen hat, damit anderen nicht ähnliches droht. Der Rechtsanwalt von Seda, Frank Jasenski, erläuterte, dass dieser erste Prozess von großer Bedeutung ist und es darum geht, ob Faruk P. überhaupt wegen Stalking verklagt wird.

Es war ein erster Erfolg, dass die Richterin dem Antrag des Rechtsanwalts stattgab, Faruk P. entsprechend § 238 (Strafgesetzbuch) wegen Nachstellung zu verurteilen, nachdem aus der Klageschrift der Staatsanwältin hervorging, dass es sich um systematisches Stalking handeln muss.
Das Gericht kam jedoch zu dem Ergebnis, dass vor einer Fortsetzung der Verhandlung ein psychiatrisches Gutachten zur Schuldfähigkeit und zu einer etwaigen dauernden Unterbringung in einer psychiatrischen Anstalt eingeholt werden muss.

In der anschließenden Aussprache am offenen Mikrofon gab es großes Unverständnis und Empörung über das abgeklärte Verhalten des Täters und weil Krankheit keine Rechtfertigung für systematisches Stalking und eine geplante Messerattacke sein kann. Dafür muss er sich noch in einem späteren Prozess und vor dem Landgericht verantworten.

Unser Protest geht weiter, bis zu einer rechtmäßigen Verurteilung des Täters.
Unsere Losung ist „Jede einzelne ist zuviel“!

Carmen Dachner, Frauenverband Courage Gelsenkirchen

 
Frauenverband Courage