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Home Arbeitsgemeinschaften Bergarbeiterfrauen-AG „Was für eine große Solidarität und Zusammenhalt“ - Bergarbeiterdemonstration am 14.09.19
„Was für eine große Solidarität und Zusammenhalt“ - Bergarbeiterdemonstration am 14.09.19 PDF Drucken E-Mail
Das war die Meinung vieler der über 300 Teilnehmer, die an der Bergarbeiterdemonstration am 14.09.19 in Essen gegen die verbrannte Erde der RAG demonstrierten. Die Bergarbeiterfrauen in Courage waren dabei und hielten den folgenden Redebeitrag:
"Wir sind bei den Bergarbeiterfrauen im Frauenverband Courage. Uns ist wichtig, dass unsere Kinder eine gesunde Umwelt und später Arbeitsplätze haben, also eine lebenswerte Zukunft.
Wir sind heute hier, weil die RAG mit der Stilllegung der Steinkohlebergwerke auf unser ganzes Leben Einfluss nimmt. Erstens uns jahrelang belogen hat mit keiner fällt ins Bergfreie und zweitens mit der Flutung und den Giftmülldeponien auf den Halden verbrannte Erde hinterlassen will. Drittens unsere ehemaligen Zechenwohnungen an Miethaie, wie die Vivawest u.a. verscheuert hat, und mit ihren jährlichen Mieterhöhungen aus uns rausholt was gerade noch der Mietspiegel zulässt. Und viertens den Witwen und auch uns Frauen die Ansprüche ans Deputat klaut.
Wir wehren uns mit all den anderen heute hier, dass die RAG sich aus der Verantwortung für die Folgekosten für den Bergbau stiehlt und dann noch uns die Schuld zu schiebt: Unsere Jungen und Männer hätten ja gewusst, dass die Steinkohlezechen dicht machen und wir könnten ja wo anders wohnen oder die Zechenhäuser kaufen? Jahrelang haben wir Geld in die Wohnungen investiert und die alten Häuser wohnbar gemacht. Mit welchem Geld, wenn unsere Männer gekündigt sind oder in Leiharbeit oder befristeten Jobs bitte schön? Wer stopft uns dann die Löcher in der Haushaltskasse?
Wir fordern gleichwertige Ersatzarbeits- und Ausbildungsplätze für unsere Söhne und Männer! Wir fordern Einsatz unserer Söhne und Männer in der Wasserhaltung!
Wir wollen eine gesunde Umwelt für uns und unsere Kinder und keine Gifte in Luft, Boden und Wasser! Deshalb muss die Verfüllung und Flutung aller Bergwerke sofort gestoppt werden! Nur weil die RAG die Ewigkeitskosten gering halten will, droht die Vergiftung unseres Trinkwassers im Ruhrgebiet und an der Saar. Wir fordern, dass der Giftmüll und das PCB unter Tage auf Kosten der RAG entsorgt wird und die Halden gereinigt werden!
Es ist Zeit zu handeln! Lassen wir Frauen uns nicht abhalten von unserem täglichen Spagat zwischen Haushalt, Job, Kindererziehung, Partnerschaft, Pflege der Eltern! Es darf nicht immer so weitergehen, dass auf der einen Seite die RAG machen kann was sie will und die da oben unsere Rechte und Freiheiten immer mehr einschränken.
Das geht aber nur wenn wir uns organisieren nur so können wir unsere Interessen durchsetzen.
Wir wollen nicht erst in 100 Jahren eine Veränderung – bis dahin ist die Welt vielleicht nicht mehr bewohnbar, wenn Konzerne wie die RAG sich aus jeglicher Verantwortung stehlen und die Regierungen das dulden. Das mahnen unsere Kinder in der Friday of Future-Bewegung.
Wir brauchen eine lebenswerte Zukunft, deshalb organisiert euch bei uns im Frauenverband Courage oder in den Bewegungen und Organisationen der kämpferischen Bergarbeiterbewegung!
Glück Auf"

Die Initiatoren der Demonstration von  "Kumpel für AUF" ziehen in einer Presserklärung Bilanz:
"Wie oft denkt man, man kommt gegen die da oben nicht an. Die Vielfalt der Demonstrationsteilnehmer, die Zustimmung der Bevölkerung, die über 40 kompetenten und kämpferischen Redebeiträge und Lieder zeigten aber: Wir sind eine starke Kraft, wenn wir zusammen stehen und kämpfen.
Es meldeten sich etliche Zeugen, die von der verbrannten Erde betroffen sind unter anderem eine Kollegin, deren Mann nach vielen Grubenjahren mit 50 Jahren an Krebs verstorben ist, weil er viel mit giftigen Stoffen arbeiten musste; Anpassungsberechtigte Bergleute die sich gegen die Spaltung in Anpassungsberechtigte und Nichtanpassungsberechtigte aussprachen; Kinder die sagten, sie wollen eine gesunde Umwelt und sauberes Trinkwasser; Bergbaurentner die die Kürzung der Renten anklagten; Auszubildende, die von dem Zusammenhalt und Kampferfahrung der Bergleute lernen wollen und viele mehr. Es macht Mut und sprach vielen aus dem Herzen, als Stefan Engel, öffentlicher Sprecher der Bergarbeiterzeitung „Vortrieb“ sagte: Man muss noch eine Schippe drauf legen, kämpft wie beim großen Bergarbeiterstreik 1997. Das Resumee von Christian Link, öffentlicher Sprecher von Kumpel für AUF, der gemeinsam mit Klaudia Scholz, Stadträtin aus Herne die Demonstration moderierte ist: „Es war die insgesamt 5 Demonstration der Bergleute, sie wird immer breiter, vielfältiger und entschlossener. Es war eine tolle Sache heute, das Wetter hat auch hervorragend mitgespielt. Es wird sicherlich weitergehen, denn wir haben einen starken Gegner gegen den wir eine überlegene Kraft herstellen müssen."



 
Frauenverband Courage
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