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Home Aktuelles Sophia aus Griechenland: "Das Allerwichtigste - sagt den Deutschen die Wahrheit!"

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Courage - der Name soll Programm sein und das besondere Profil des Verbandes kennzeichnen: überparteilich und international, solidarisch und demokratisch – ein Zusammenschluss von Frauen jeden Alters und jeder Tätigkeit. 
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Sophia aus Griechenland: "Das Allerwichtigste - sagt den Deutschen die Wahrheit!" PDF Drucken E-Mail
12.00 Während tausende Griechinnen und Griechen auf den Straßen Athens demonstrierten, verabschiedete das griechische Parlament am 17.Oktober 2015 weitere von der Troika aufgedrückte „Reformen“. Sie beinhalten u.a. die Einführung neuer Steuern und Einschnitte bei den Renten. Im November soll ein zweites, noch härteres Sparpaket folgen, mit dem u.a. alle Steuererleichterungen für die Bauern abgeschafft werden sollen. Ebenfalls im November werden die EU-Kontrolleure überprüfen, ob die Maßnahmen weit genug gehen.

Im Sommer führten Frauen der Gruppe Stuttgart des Frauenverbands Courage ein Interview mit Sophia, einer griechischen Stahlarbeiterfrau, zur Situation der griechischen Bevölkerung:

Courage: Haben die vorherigen griechischen Regierungen einen große Anteil an der Krise, weil sie korrupt waren?
Sophia: Korruption ist in hohen Etagen der Regierung angesiedelt, bevorzugt durch große Unternehmen (griechische und ausländische). Die Korruption ist in den letzten 40 Jahren entstanden.  Alle ehemaligen griechischen Regierungen wurden zu Sklaven von griechischen und ausländischen FINANZINTERESSEN gemacht. Allein verantwortlich für die Korruption und die Krise in Griechenland sind die griechischen Regierungen der ND (Nea Dimokratia) und der PASOK.

Courage: Hat die konservative Regierung nicht die notwendigen und vereinbarten Reformen durchgeführt und dadurch Milliarden Steuergelder verschwendet? Hat die leidende griechische Bevölkerung irgendetwas von den ersten Hilfspaketen bekommen oder sind sie in dunklen Kanälen verschwunden?
Sophia: Die Legislative in Griechenland besteuert großes Kapital nicht so, wie es notwendig wäre. Die Gesetzgebung zur Besteuerung großer Unternehmen ist sehr flexibel. Die Regierung versucht immer wieder mit verschiedenen Tricks, das Kapital von der Besteuerung auszunehmen. Darum zahlt das Kapital in Griechenland so gut wie gar keine Steuern.
Die Hilfspakete helfen nicht der griechischen Bevölkerung. Es ist Geld, das nach Griechenland zur Unterstützung der Leute kommt und das Land gleich wieder auf dem Weg nach Deutschland oder Frankreich verlässt (IMF-ECB), um Schulden zurück zu zahlen, die nicht unsere sind. Wegen dieser Schulden müssen wir für 400-500 Euro im Monat arbeiten, ohne irgendwelche ARBEITNEHMER-RECHTE. Und den größten Teil dieses Geldes müssen wir dem Staat als Steuern zahlen.

Courage: Wie sieht euer Alltagsleben mit Arbeit, Bankgeschäften und Einkaufen aus?
Sophia: Diejenigen, die arbeiten und zahlen, müssen jeden Tag zur Bank gehen und wir bekommen nur 60 Euro pro Tag mit Scheckkarte. Ab Montag, den 20. Juli werden die Bankfilialen geöffnet, um mehr Transaktionen durchzuführen. Trotzdem ist es nicht einfach, zu handeln, besonders für kleine Händler. Niemand kann Transaktionen mit dem Ausland machen.
Es gibt keine verlässlichen und sicheren Arbeitsplätze. Es gibt nur wenig Arbeit und die ist schlecht bezahlt. Im Moment können wir nur Arbeit für wenige Tage finden, für die sehr wenig gezahlt wird. Die Arbeitsämter haben kaum noch Stellen und wie sollen Arbeitslose dann eine Arbeit finden?
Diejenigen, die noch einkaufen können, müssen mit Karte bezahlen anstatt mit Bargeld. Die Läden verkaufen alles zu normalen Preisen.

Courage: Denkst Du, eine Reform wird überhaupt möglich sein?
Sophia: Die bisherigen Reformen waren sehr hart und haben uns nur noch ärmer gemacht. Das neue Programm kann nicht umgesetzt werden.

Courage: Wird es nach der Reform genug gut bezahlte Arbeitsplätze und sichere Ausbildungsplätze für junge Menschen geben?
Sophia: Es gibt keine sicheren Arbeitsplätze und keine garantierten Renten. Die Regierung von Herrn Tsipras behauptet, dass all das gesichert sei. Es ist nichts SICHER in Griechenland. Die Kreditgeber machen uns mit den Reformen, die uns auferlegt werden, ZU SKLAVEN.
Wenn junge Leute eine Arbeit haben, ist sie kurzfristig und schlecht bezahlt. Sie werden zu Emigranten.

Courage: Und vor allem: Wie geht es euch Stahlarbeiterfrauen und euren Familien?
Sophia: Die Familien der Stahlarbeiter zerfallen. Die meisten Stahlarbeiter sind arbeitslos und bekommen kein Arbeitslosengeld. Manche Frauen machen Gelegenheitsarbeiten. Manche sind ausgewandert, haben aber keine regelmäßige Arbeit. Wir tun was möglich ist, um besonders bedürftigen Familien zu helfen (Großfamilien oder Familien ohne Elektrizität).

Courage: Wie bringen sich Frauenorganisationen in Griechenland in der Krise ein?
Sophia: Es gibt viele Organisationen die sich solidarisieren und informieren, um bedürftigen Familien zu helfen. Sie tun alles Mögliche, um Wege zu finden die Lebensmittel- und Medizinversorgung zu sichern. Und um den Leuten zu erklären, was in Griechenland passiert und warum es eine Krise gibt.

Courage: Was erwartet ihr vom 3. Hilfspaket? Der Preis dafür ist ja enorm hoch. War das Referendum überhaupt gut für euch?
Sophia: Wir erwarten mehr Schulden für die Bevölkerung und mehr Druck zur Rückzahlung. Wir sind Gefangene des Euro und der EU. Die Referendumsfrage war falsch und die Leute sind in die Falle gegangen, sie haben das gewählt, was die Sparmaßnahmen verlangen.

Courage:Inzwischen ist das 3. Hilfspaket auf dem Weg nach Griechenland. Wir hier in Stuttgart fragen uns, ob es euch wirklich helfen wird, oder ob es die Situation jedes Einzelnen noch verschlechtert, denn darin werden neue Auflagen gemacht, die den Druck auf alle noch erhöhen.
Sophia: Jedes Hilfspaket ist ein Kredit, der das Leben der Menschen noch schwieriger macht. Kein Grieche wird mit dem Geld sein Leben verbessern können. Es ist nicht für die Menschen sondern für die Banken und Monopole.

Courage: In Stuttgart leben 17.000 Menschen mit griechischen Wurzeln und sie haben sich gut in die Gemeinschaft integriert. Aber jetzt werden sie wegen der Krise diskriminiert. Hassen die Griechen uns wirklich so, wie es die Medien darstellen?
Sophia: Die meisten Griechen hassen die Deutschen nicht. Mit der deutschen Regierung haben wir ein Problem. Wie alle Regierungen in einem kapitalistischen System sind auch sie Vertreter der Monopole. Keine Gesetzgebung für die Interessen ihrer Bevölkerung sondern für das Kapital. Stattdessen kultivieren sie den Hass unter den Leuten, um noch mehr zu verdienen.

Courage: Und die wichtigste Frage: Was können wir für euch tun?
Sophia: Das Allerwichtigste: Sagt den Deutschen die Wahrheit. Stoppt die schlechten Nachrichten aus Fernsehen und Zeitungen. Erklärt ihnen, dass das nächste Opfer Deutschland sein wird und Frankreich und dann wird ganz Europa zugrunde gehen, wenn die Sparpolitik fortgesetzt wird.
Die Stahlarbeiter benötigen finanzielle Unterstützung, aber ich weiß nicht, ob das für euch machbar ist.

Courage: Wir wünschen euch viel Kraft und einen langen Atem. Und wir freuen uns auf viele Briefe und Informationen über die Lage der Menschen in Griechenland.
Sophia: Kämpferische Grüße an euch alle!!! Sophia

Letzte Nachricht von Sophia:
„Inzwischen sind wir alle arbeitslos ohne staatliche Unterstützung. Darum wird es sehr schwierig für uns werden, nach Nepal zu gehen. Das Geld, das wir sammeln können ist sehr wenig und wir geben es den Stahlarbeitern, die es am nötigsten brauchen. Wir erleben eine sehr schwierige Zeit. Aber wir kämpfen weiter für eine Verbesserung! Ich werde euch über die Situation in Griechenland auf dem Laufenden halten. Wir grüßen euch alle mit kämpferischen Grüßen! Sophia“

Interview als pdf-Datei

 

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